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Happy End in der 2. Bundesliga

Unser Team: Katja, Christina, Dirk, Tina, Susann, Tanja und Cornelia

Doppelrunde in der Mampfe - auch mit dem Erstligaaufsteiger Löberitz!

Happy End in der 2. Bundesliga

Unsere Frauenmannschaft hat in der 2. Bundesliga Ost den 5. Platz belegt und damit am Ende recht sicher den Klassenerhalt geschafft.

Vor der Saison hatten wir gehofft, vielleicht zwei oder drei Teams schlagen zu können, wenn es gut läuft. Aber durch die schlechten Erfahrungen nach unserem letzten Aufstieg vor 10 Jahren in der Saison 2009/10, als wir relativ chancenlos wieder abstiegen, waren diese Prognosen doch sehr vorsichtig.

Klar war zunächst, daß wir uns bei zwei Brettern mehr und einer Klasse höher verstärken mußten. Um es vorwegzunehmen: unsere drei neuen Gastspielerinnen C o n n y Moritz, S u s a n n Domaske und T i n a Kümmel überzeugten allesamt nach kleinen Anfangsschwierigkeiten und scheinen sich auch abseits der Bretter in der Mannschaft wohlzufühlen.

Es begann mit einem Wochenende in Löberitz bereits Mitte September, an dem wir zunächst gegen Leipzig-Lindenau knapp mit 2,5 : 3,5 verloren. Dieses Ergebnis ging in Ordnung. Am nächsten Tag dagegen lief es schon wesentlich besser. Der Mannschaftsleiter hatte Dienst, und schon in der Vergangenheit konnte unsere Mannschaft in seiner Abwesenheit mehrfach überraschen. So auch hier – gegen die nicht in Bestbesetzung antretende SG Leipzig spielten wir 3 : 3, der erste Mannschaftspunkt in der 2. Bundesliga, seit ich Mannschaftsleiter bin! Und ein Sieg war sogar greifbar nahe, denn Susann und Tina, die noch in der ersten Runde relativ deutlich verloren hatten, überspielten diesmal ihre Gegnerinnen, verpaßten aber dann den vollen Punkt. Dennoch war die Stimmung prächtig, es hatte sich herausgestellt, daß wir durchaus mithalten können.

Die Spielplanung wollte es so, daß wir ein Vierteljahr auf unsere nächste Chance warten mußten – die Adventsdoppelrunde in Dresden. Mit Kind und Kegel waren wir in die sächsische Landeshauptstadt gereist und hatten ein schönes Wochenende rund um’s Blaue Wunder, vor allem natürlich durch den 4 : 2 – Sieg gegen die TU Dresden am Samstag, der abends im Körnergarten gefeiert wurde. Bei den Dresdenern hatten offenbar mehrere Spielerinnen aufgehört, so daß es die ganze Saison über Besetzungssorgen gab und insgesamt 5 (!) Partien kampflos abgegeben wurden. Dennoch mußten wir gegen 5 Spielerinnen erst einmal die Punkte holen. Und während sich der Coach auf diversen Weihnachtsmärkten herumtrieb, um die Frauen zu beflügeln, gewannen sie tatsächlich. Andre‘ Schmerbach gab dabei mehrfach den aktuellen Stand durch, eine spannende Angelegenheit. Die erwartete 1,5 : 4,5 – Niederlage gegen die favorisierten Meisterinnen aus Pankow tat dann nicht mehr weh.

Mit 3 Mannschaftspunkten lagen wir vor Dresden und Chemnitz auf Platz 6 und hatten realistische Chancen auf den Klassenerhalt.

In der Einzelrunde beim Reisepartner Löberitz ging es darum, einige Brettpunkte zu sammeln, was uns mit 2 : 4 ganz gut gelang, so daß wir zwei Wochen später bei der abschließenden Doppelrunde zuhause in der Mampfe weiterhin gut im Rennen lagen. Wenn Dresden in Leipzig nicht beide Kämpfe gewinnen würde, reichte uns ein Sieg in der letzten Runde gegen Chemnitz. Tatsächlich gelang uns aber schon am Samstag ein 3 : 3 gegen Niederwiesa, was bei gleichzeitigen Niederlagen von Dresden gegen Lindenau und Chemnitz gegen Löberitz bereits den Klassenerhalt bedeutete. Am nächsten Tag konnten wir gegen die Chemnitzerinnen noch unseren zweiten Sieg holen und zogen sogar noch an der SG Leipzig vorbei auf Platz 5 – ein toller Erfolg für Merseburg, auf den wir schon etwas stolz sein können.

Noch viel bedeutender für das Frauenschach in Sachsen-Anhalt ist jedoch der Gruppensieg der SG 1871 Löberitz und der damit verbundene erstmalige Aufstieg in die 1. Bundesliga! Zum Samstagspiel weilte ein Team des MDR mehrere Stunden in der Mampfe, filmte und interviewte die Protagonistinnen. Herzlichen Glückwunsch zu diesem schönen Erfolg und alles Gute für die höchste Liga! Da in absehbarer Zeit auch wieder eine junge Mannschaft aus Halle und/oder Magdeburg in der 2. Bundesliga auftauchen wird , ist das Frauenschach in unserem Land nach einigen Rückschlägen wieder im Aufwind.

Unser Spitzenbrett K a t j a Hartung (3/7) mußte sich natürlich mit stärkster Gegnerschaft auseinandersetzen. Sie hielt sich hervorragend, spielte gegen zwei Meisterinnen remis und war auch gegen Niederwiesa dicht vor einem halben Punkt. Jedenfalls hat sich gezeigt, daß auch gegen Spitzenspielerinnen einiges möglich ist und sie sich nicht verstecken muß.

Für A n e t t Ignatiadis (0,5/4) war es schwierig, bei nur sehr wenig Spielpraxis am zweiten Brett zu bestehen. Wir haben uns sehr gefreut, daß sie 4 von 7 Partien spielen   und die Mannschaft dadurch verstärken konnte. Wenn die Routine zurückkehrt, wird sie auch wieder erfolgreicher spielen.

T a n j a Pflug (3,5/7) holte starke 50 Prozent, war damit jedoch nicht ganz zufrieden, weil noch mehr drin war, aber an den Brettern 2 und 3 ist dieses Ergebnis wirklich gut.

C o r n e l i a Moritz (2,5/5) , die bei Kassel lebt, aber Leipziger Wurzeln hat und Erst- und Zweitligaerfahrung mitbringt, spielte ab der zweiten Doppelrunde durch und kam nach anfänglichen Schwierigkeiten immer besser ins Spiel.

Dies trifft auch auf S u s a n n Domaske (3,5/6) zu. Sie spielte vor 10 Jahren schon einmal für uns in der 2. Bundesliga, damals noch glücklos. Diesmal verlor sie nur ihre erste Partie und sammelte danach souverän Punkte.

C h r i s t i n a Radde (1/3) überzog nur ihre erste Partie, hatte aber ansonsten keine Probleme, eine Klasse höher gegenzuhalten.

T i n a Kümmel (3,5/6) stieß aus Köthen zu uns, ist jung und talentiert, spielte anfangs noch zu ängstlich, wurde aber dann immer sicherer.

L i s a Marschall (0/1) sprang zur Einzelrunde gegen Löberitz ein, auch ihr fehlt die Spielpraxis, in den letzten beiden Jahren hat sie nur selten gespielt.

A n d r e a Jäschke (3/3) war ein großer Rückhalt für unser Unterhaus. Sie hielt gegen die jungen, teils vehement angreifenden Spielerinnen den Laden zusammen und bewies damit, daß sich Erfahrung noch oft durchsetzt.

G a b i Schönrock und E m e l y Blumentritt kamen diesmal nicht zum Einsatz, begleiteten die Mannschaft aber u. a. nach Dresden. R i t a j Mamous, unsere Bezirksmeisterin und Vizelandesmeisterin in der U 12, sowie S a n d r a Lulei waren bereits aufgestellt, ihnen gehört die Zukunft.

Vielen Dank an alle für die Einsatzbereitschaft und den guten Zusammenhalt! Ein besonderer Dank geht an Gabi, Andre‘ und Sabine für ihre große Hilfe bei Organisation,Catering und moralischer Unterstützung des Teams!

Nun haben wir mehr als ein halbes Jahr Zeit bis zur nächsten Saison, die wir wieder in der 2. Bundesliga bestreiten werden. Ich hoffe, es hat allen soviel Spaß gemacht wie mir. Die Mischung scheint zu stimmen, und ich hätte nichts dagegen, wenn es so weiter geht. Viel Erfolg bei den Männerpunktspielen und diversen anderen Turnieren! Wir sehen uns spätestens im Herbst oder auch schon mal zwischendurch. Eine gute Gelegenheit wäre z. B. der Besuch unserer polnischen Schachfreunde aus Wschowa vom 18.-21. Juni mit verschiedenen schachlichen - und Freizeitveranstaltungen (Blitz,Schnellschach,Simultan,Mannschafts-wettkampf,Grillfest,Paddeln). Wenn es eure Zeit erlaubt, seid ihr dort gern gesehen. Es ist das inzwischen 20. Treffen unserer befreundeten Schachvereine. Bis bald !