Die 5. Runde der Verbandsliga startete in der Mampfe zu Merseburg diesmal mit sehr ungewöhnlichen, wortwörtlich dunklen Vorzeichen. Zunächst wurde klar, dass das Jugendzentrum doppelt gebucht war. Dieser Umstand ließ sich noch schnell beheben, da die Tänzerinnen so freundlich waren sich in das UG zurückzogen – vielen Dank dafür!
Das zweite Problem war, dass im großen Saal keine Licht angeschaltet werden konnte. Da vier Ansetzungen (an insgesamt 30 Brettern!) angesetzt waren sahen wir uns gezwungen unsere Zweite & Dritte ganz kuschelig im Trainingsraum spielen zu lassen. Für die Erste wurden die Tische im großen Saal so verschoben, sodass den Umständen entsprechend möglichst viel (aber dennoch etwas wenig) Licht auf die Bretter viel.
Die Partien begannen zügig nach Beendigung dieser Reorganisation & zunächst verblieben die Positionen an allen 8 Brettern gefühlt in der Remisbreite. Leider bekam ich von den anderen Partien ab einem bestimmten Punkt nicht mehr viel mit, da ich zu sehr mit meinem eigenen Spiel beschäftigt war. In Ermangelung aller Formulare daher diverse Überlieferungen nur vom Hörensagen:
Simon hatte ausgangs der Eröffnung hängende Bauern zu bespielen. Seine Kontrahentin gruppierte ihre Figuren früh um & stellte erste konkrete Drohungen auf. Diesen versuchte Simon in der folgenden Stellung:
Stellung 1: Donath – Teucher: Weiß am Zug spielt Lxh7. Wie reagiert Schwarz?
… durch den Einschlag Lxh7 zuvorzukommen. Leider ging die Rechnung nicht auf & wenig später ein Offizier vom Brett. Die entstandene Position vereinfachte sich weiter & bot leider nicht genug Schwindelchancen (0:1).
Dustin verleibte sich früh den ihn angebotenen Bauern ein, bevor er zur Rochade kam. Hierzu kam er in der Folge auch nicht mehr, sodass sein abgeschnittener König erfolgreich von den weißen Steinen zu Fall gebracht wurde (0:2).
Tom genehmigte sich im Mittelspiel mehr Raum & überließ den gegnerischen Springern dafür neue Felder. Nach deren Besetzung konnten jedoch nicht alle Drohungen abgewehrt werden & Tom musste eine Qualität investieren. Diesen Vorteil ließ sich das Magdeburger Spitzenbrett anschließend nicht mehr nehmen (0:3).
Der ML gambitierte früh einen Bauern & bekam dafür adäquate Kompensation. Diese wurde zunächst behalten, zu einem späteren Zeitpunkt jedoch wieder vertändelt. Im aussichtslosen Endspiel mit zwei Minusbauern für uns stellte sich Magdeburg in folgender Stellung jedoch selber ein Bein:
Stellung 2: Richter – Joppich: Weiß am Zug
Tobias nahm die Einladung & den vollen Zähler dankend an (1:3).
Matzel nahm sich das Zentrum und später noch etwas mehr davon. Ein gewisser Vorteil schien vorhanden, das weitere Vorgehen gen vollen Punkt aber auch für mich nicht ersichtlich. Matzel bot also die Punkteteilung an, welches von Magdeburger Seite nach Rücksprache auch angenommen wurde (1,5:3,5).
Oleksandr hatte mehr Platz auf dem Brett & konnte einen Bauern gewinnen, welchen er auch bis ins Endspiel hinein behielt. Die Verwertung des materiellen Vorteils soll aber sehr kompliziert gewesen sein, sodass es am Ende leider nicht für den vollen Zähler gereicht hat (2:4).
Mariana sorgte mit einem heterogenen Tausch früh für Ungleichgewicht. Später heimste auch sie sich einen Bauern ein. Ihr Gegenüber fand weder gegen die Taktik noch die anschließende Konvertierung eine wirksame Verteidigung (3:4).
Bei mir entstand eine ruhige Stellung ausgangs der Eröffnung. In gefühlt leicht besserer Stellung investierte ich Bedenkzeit, um diesen durch konkreteres Spiel zu vergrößern. Weit gefehlt! Im frühen Mittelspiel passivierte ich mich im Tausch für massig Bedenkzeit selbst. Als Krönung patzte ich eine einfache Taktik – die einzige Rettung vermochte ich ebenfalls nicht zu entdecken. Ich durfte sodann eine Stellung mit Minusbauern verwalten, hatte jedoch viel zu wenig Kompensation. Weiß fand in der Folge mehrere gute Züge: zunächst wurde meine Königsstellung geöffnet, dann mit einem Qualitätsopfer meine weißen Felder geschwächt & anschließend musste ich meine Dame für Turm+Läufer geben, um nicht noch mehr Material zu verlieren. Es entstand eine Stellung mit temporärem materiellen Gleichgewicht – jedoch sprach alles andere für die Gegenseite. Weiß benötigte für die Verwertung in der Folge zwar länger als gedacht, brachte den Sieg jedoch ungefährdet über die Zeit (3:5).
Null Punkte von den ersten drei Brettern gab es zuletzt beim spektakulären 4:4 in Halle gegen den Roten Turm – damals verlor das gesamte Oberhaus 0:4, aber das Unterhaus holte 4:0. Dieses Kunststück vermochte uns diesmal nicht zu gelingen.
Nach einem guten Start verbleiben wir nunmehr im Mittelfeld der Verbandsliga. Naumburg hat in der ersten & zweiten Wertung bereits massig Vorsprung aufgebaut. Im Gegensatz dazu ist im Tabellenkeller noch nicht alles entschieden – unsere Niederlage hat dort einiges bewirkt.
In der nächsten Runde begeben wir uns zum Reideburger SV nach Halle!
Lösungen:
- Lxh7+ Kh8 (nicht das erhoffte Kxh7 Sxh5 Kg8) f4 (deckt Dh2#):
A) g6: bester Zug mit Figurengewinn (der Läufer wird gefangen & der Springer zugleich gedeckt)
B) alternativ Sg3: gespielt in der Partie – mit besserer Stellung für Schwarz nach Ld3 Lb6!. In der Partie folgten nach Sg3 Tf3 Se4 Lxe4 dxe4 Lb4 c5 Lxc5 Dxc5 Tc3 Dd6 mit Figurenverlust für Weiß - Tf5 gewinnt die Dame für den Turm