Tobias Richter holt das Ding

Beim 35. Merseburger Sparkassen Cup trafen sich insgesamt 46 Teilnehmer, um beim traditionellen Schnellschachturnier die Figuren über die Bretter tanzen zu lassen. In gewohnt konzentrierter Atmosphäre wurde um jeden halben Punkt gerungen, Bauern geopfert, Kombinationen gerechnet und so manche Partie erst im Endspiel entschieden.

Wie in den vergangenen Jahren wurde das Turnier in drei Wertungsgruppen ausgewertet. Für die Einteilung der B- und C-Gruppe galten die bekannten DWZ-Grenzen (B-Gruppe: unter 1900 DWZ, C-Gruppe: unter 1600 DWZ).

So war gewährleistet, dass sowohl erfahrene Vereinsspieler, Hobbyspieler als auch ambitionierte Nachwuchstalente faire Chancen auf vordere Platzierungen hatten.

Als Favoriten gingen Daniel Ahmed und Florian Heyder ins Rennen. Beide bestätigten ihre Spielstärke über weite Strecken des Turniers. Doch im entscheidenden Moment fehlte jeweils ein halber Zähler zum ganz großen Wurf. Am Ende belegten sie die Plätze 4 und 5.

Im Verlauf der acht Runden kristallisierte sich heraus, dass besonders einige Merseburger Spieler gut in Form waren. Allen voran Tobias Richter, der ein bemerkenswert kompromissloses Turnier spielte: keine einzige Partie endete remis. Mit kämpferischem Schach setzte er sich schließlich denkbar knapp vor Lennard Hoffmann durch und sicherte sich den Turniersieg. Den 3. Platz belegte der talentierte Nachwuchsspieler Gustav Polzin von den Saalespringern aus Halle. Mit kreativem Angriffsschach und guter Übersicht bewies er einmal mehr, dass mit ihm künftig noch zu rechnen ist.

In der B-Gruppe triumphierte Jan Richter aus Jena. Mit starken 6 Punkten aus 8 Partien erzielte er sogar die gleiche Punktzahl wie der Gesamtsieger – eine beeindruckende Leistung!

Die C-Gruppe gewann Jay Bhadarka von Eintracht Bad Dürrenberg. Mit 5 Punkten war seine Leistung auch als stark einzustufen.

Neben ehrgeizigen Gefechten auf den 64 Feldern war die Atmosphäre durchweg freundschaftlich und angenehm. Das Turnier war sportlich ambitioniert, jedoch keineswegs überreguliert. Zwischen Analysebrett und Partieformular blieb auch Zeit für fachlichen Austausch, eine Runde Bewegungssport und geselliges Beisammensein.

Wir freuen uns schon auf das kommende Jahr – und hoffen, dann wieder viele bekannte Gesichter sowie einige neue Schachfreunde in Merseburg begrüßen zu dürfen.
Und spätestens im nächsten Jahr wissen wir wieder: Die Uhr ist der härteste Gegner, der Kaffee zu schwach und der eine Zug, den man „nur kurz prüfen“ wollte, verfolgt einen noch bis ins nächste Turnier. Aber genau dafür lieben wir Schach ja. ♟️