[ein Bericht von Dirk Wildenrath]
Zu früh gefreut! Nachdem im September trotz gegenteiliger Anzeichen keine Partie kampflos abgegeben werden musste, waren es zur zweiten Runde am 11. Oktober gleich 6!! Das ist ein neuer Rekord und bereits fast die Hälfte der Gesamtzahl aus der vorigen Saison (14). Unter diesen Umständen verstehe ich nicht, dass außer mir niemand diesen Verein auflösen will, aber das wird sich nach der Saison klären.
Sicher war auch etwas Pech im Spiel. Nach etlichen Absagen im Vorfeld sollten I. – III. Mannschaft mit jeweils 7 Spielern ins Rennen gehen. Dann wurde Ronny Wiegand krank, Marcus Griegers Frau musste ins Krankenhaus und er bei den Kindern bleiben, und Neuzugang Max Seifert (IV.) verletzte sich bei der Arbeit. Alle drei konnten nicht antreten. Dadurch verdoppelte sich die Ausfallquote akut, und keine der vier Mannschaften konnte vollzählig spielen!
Die II. Mannschaft spielte bei der Reserve vom SK Dessau 93 zu sechst. Beide Teams mussten Spieler an die jeweiligen I. Mannschaften abgeben. Als Mannschaftsleiter legte ich fest, dass wir die ersten beiden Bretter frei lassen, um den sportlichen Schaden zu begrenzen. Seit jeher vertrete ich die Ansicht, dass das Aufrücken und Freilassen der hinteren Bretter keinen Sinn hat, außer dass man dabei Geld spart. Lässt man vorn frei, erkauft man sich praktisch eine geringe sportliche Chance auf ein halbwegs passables Ergebnis, im besten Fall sogar noch den Sieg (s. unten!). Die anwesenden Spieler können nichts dafür, dass andere aus ganz banalen, weltlichen Gründen (Krankheit, Pflege, Arbeit, Familie, Urlaub,…) fehlen. Warum sollte eine ohnehin schon dezimierte Mannschaft sich zusätzlich schwächen, indem sie aufrückt? Die Regel mit den ohnehin viel zu hohen Strafgeldern für freigelassene Bretter sollte es meiner Meinung nach nur im Profi-Schach geben, und ich verstehe auch nicht, wieso der Verband, der streng genommen damit gar nichts zu tun hat, diese Gelder einstreicht.
Dessau führte 2 : 0, und unsere drei Weißpartien endeten remis, wobei das Spiel bei Detlef Gruschka schnell verflachte, Werner Romanow nach seinem Lapsus gegen Aken nicht zu viel riskieren wollte und Peter Burghardt eine Opferchance ausließ, wonach sein Angriff versandete. Nun stand es 3,5 : 1,5 für die Dessauer, aber alle drei Schwarzpartien standen gut für uns, so dass wir das Spiel noch hätten drehen können. Sven Büscher und ich hatten etwas Vorteil und konnten am Ende tatsächlich gewinnen. Und André Schmerbach stand zwischenzeitlich glatt auf Gewinn! Er hatte nach unübersichtlichen Verwicklungen einen Läufer mehr, musste diesen jedoch wieder hergeben, weil er ein Luftloch vergessen hatte und unterlag dann im schlechteren Endspiel. So verloren wir nach kämpferischem Verlauf knapp, aber es wäre sogar mehr drin gewesen!
| SK Dessau 93 II | 4,5 : 3,5 | SV Merseburg II |
|---|---|---|
| Sven Schäfer | + : - | Lars-Peter Heineck |
| Manish Paul Simon | + : - | Florian Bednarz |
| Roland Katz | 0,5 : 0,5 | Peter Burghardt |
| Oliver Mirschinka | 0 : 1 | Dirk Wildenrath |
| André David Paul | 0,5 : 0,5 | Werner Romanow |
| Michael Thom | 0 : 1 | Sven Büscher |
| Thomas Pannier | 0,5 : 0,5 | Detlef Gruschka |
| Wolfgang Luebeck | 1 : 0 | André Schmerbach |
Unsere I. ließ in der Verbandsliga bei Rochade Magdeburg die Bretter 2 und 6 frei und musste eine hohe 1,5 : 6,5 – Niederlage hinnehmen. Sascha Melnychenko und Mariana Korniichyk hatten gute Chancen, das Ergebnis freundlicher zu gestalten, konnten diese aber nicht nutzen. Drei Wochen nach einem Remis mit schwarz bei seinem Einstand in der II. Mannschaft wiederholte Marius König dies in der I.! Das war ein Lichtblick an einem ansonsten recht traurigen Tag für das Merseburger Schach.
Denn auch die III. verlor zu siebt – fast schon traditionell – bei Roter Turm Halle II mit 1,5 : 6,5, während die IV. gegen Roter Turm III gut mithielt und erneut in die Nähe eines Mannschaftspunktes kam. Hier gewann Damon Müller seine Partie, Nazmi Ghriwati spielte remis, und Nick Voigt spielte sein allererstes Punktspiel, verlor zwar, aber sammelte wichtige Erfahrungen. Die Mannschaft unterlag knapp mit 2,5 : 3,5.
Am 15. November spielen alle Mannschaften wieder zuhause. Dann haben wir etwas gutzumachen!